Amphibienwanderung 2021

Stellungnahme

 22. Mai 2021

Der NABU Eisenberg/Leiningerland nimmt Stellung zum Konflikt mit dem Pächter der Fischzucht am Eiswoog und dem dazu am 7. Mai 2021 erschienenen Artikel in der RHEINPFALZ (Ausgabe Unterhaardter Rundschau)

Die Amphibienretter des NABU Eisenberg/Leiningerland wurden vom Pächter der Fischzucht am Eiswoog während der diesjährigen Amphibienschutzaktion verbal vor Ort, auf der Facebook-Seite der Fischzucht, sogar unter Androhung körperlicher Gewalt, angegriffen, wie im Presseartikel der RHEINPFALZ vom 7. Mai 2021 („Streit zwischen Fischzüchtern und dem NABU“) nachgelesen werden kann.

 

Der Pächter der Fischzucht behauptet, dass die vielen Kröten, die der NABU jedes Jahr zur Laichzeit an der Landstraße beim Eiswoog einsammelt und an ihre Laichgewässer bringt, dafür verantwortlich sind, dass sich die Wasserqualität des Eiswoog in letzter Zeit drastisch verschlechtert hat. Zudem sollen die Kröten dafür verantwortlich sein, dass Fische zu Tode kommen.

 

Der Pächter der Fischzucht hat gegenüber den Amphibienrettern ein Betretungsverbot für sein Pachtgelände ausgesprochen. Wie er gegenüber der RHEINPFALZ sagte, macht er von seinem Hausrecht Gebrauch und scheut sich nicht, das auch durchzusetzen, „zur Not mit Muskelkraft“.

 

Wegen der verbalen Angriffe haben vier Amphibienschützer des NABU Anzeige gegen den Pächter erstattet.

 

Die Darstellungen in der RHEINPFALZ sind richtig und entsprechen der Sachlage. „Die Aktivitäten des NABU sind mit der Unteren und der Oberen Naturschutzbehörde abgestimmt und durch eine artenschutzrechtliche Genehmigung abgedeckt“, schreibt die RHEINPFALZ. Für den NABU sind die Vorwürfe des Pächters daher völlig unverständlich und nicht nachvollziehbar. Sie entsprechen keinesfalls den Fakten. Die Kröten sind nicht dafür verantwortlich, dass der Eiswoog umzukippen droht, sich in letzter Zeit eine Algenplage entwickelt hat und der Fischbestand zurück geht. 

 

In diesem Jahr haben die Amphibienretter entlang der Landesstraße am Eiswoog und dem Zubringerweg zur Gaststätte nur 2.011 Kröten aufgesammelt, im Jahr zuvor waren es 3.343 Tiere. Dies ist jedoch nur ein kleiner Teil der insgesamt im Einzugsgebiet des Sees wandernden Amphibien. Die meisten Tiere erreichen das Gewässer unbehelligt durch den sicheren Waldbereich. 

 

Solange es den Eiswoog und die Weiher am Eisbach gibt wandern die Amphibien jedes Jahr zur Laichzeit vom Wald, in dem sie überwintert haben, in ihre angestammten Laichgewässer und wieder zurück. In den Laichgewässern bleiben die Tiere zum Ablaichen nur wenige Tage. 

 

Bis der neue Pächter vor zwei Jahren, die seit circa 1900 bestehende Fischzucht am Eiswoog übernommen hat, gab es nie Probleme und schon gar nicht haben die Amphibien zur Beeinträchtigung des Fischbestands beigetragen. 

Doch seit kurzem hat sich die Wasserqualität des Eiswoog stark verschlechtert, das Gewässer zeigt Algenblüte und droht umzukippen. Dass daran die Amphibien schuld sein sollen, ist für den NABU vollkommen unverständlich und wird auch durch keinerlei Fakten gestützt.

 

Die Verschlechterung der Wasserqualität am Eiswoog hat wohl eine andere Ursache. Die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd hat sich des Eiswoogs angenommen, lässt die Wasserqualität untersuchen und die Ursache der Veralgung mit einem Gewässergutachten klären. Wir hoffen, dass sich daraus Maßnahmen ergeben, die zu Befriedung und Verbesserung der Situation am Eiswoog führen.


Abschluss der diesjährigen Aktionen zur Amphibienwanderung

27.04.2021

Am Samstag endeten mit dem Abbau der Schutzzäune unsere Maßnahmen am Eiswoog. Ein Monat später als im vergangenen Jahr. Durch das kühle Wetter hat sich die diesjährige Wandersaison in die Länge gezogen.

Die Zahl der durch unsere Schutzmaßnahmen am Eiswoog geretteten Tiere beträgt

 

Erdkröten:          4.563

Grasfrösche:            75

Teichfrösche:             0

Fadenmolche:        47

Bergmolche:             3

Teichmolche:            3

Summe:              4.691

 

Auch wenn man die Anzahl der gretteten Tiere nicht mit der Anzahl aus den Vorjahren 1:1 in Relation setzen kann, so ist doch erneut ein deutlicher Rückgang bei allen der vorgenannten Amphibienarten feststellbar. Bei den Molchen ist es besonders drastisch.

 

Am Drahtzug hingegen ist die Anzahl der geretteten Amphibien konstant geblieben.

Insgesamt waren es hier 2.686 Erdkröten als Hinläufer und 828 als Rückläufer. In den Eimern am Hinläufer-Schutzzaun waren davon 708 Tiere und am Rückläufer-Schutzzaun 238. Die meisten Tiere wurden somit in der Abendzeit direkt von Ulrike Klett und Ihrem Team an den Straßen- und Wegflächen abgesammelt. 2 Bergmolche und 2 Grasfrösche gab es auch zu vermelden.


Update: Saison neigt sich dem Ende zu

20.04.2021

Viel ist nicht mehr los am Eiswoog. Die meisten Amphibien haben die Laichsaison 2021 beendet und das Gewässer wieder verlassen. Am 24.04.2021 werden die Zäune am Eiswoog abgebaut und im Anschluss Bilanz gezogen.


Update: Viele Kröten haben das Ablaichen bereits erledigt

04.04.2021

Die sommerlichen Temperaturen der vergangenen Woche haben ordentlich Schwung in die Wandersaison gebracht. Bis Mitte der Woche waren insbesondere größere Mengen an Erdkröten in Richtung der Laichgewässer unterwegs. Im Gewässer angekommen haben Männchen und Weibchen dann rasch zueinander gefunden. Ein paar Bilder von dieser Woche anbei. 

 

Ab der Wochenmitte konnten am Eiswoog vereinzelt die ersten "Rückkehrer" gesichtet werden. Am Wochenende waren am Eiswoog die Rückkehrer bereits deutlich in der Überzahl. Rückkehrer sind Kröten die das Laichgeschäft bereits beendet haben und zurück in den Wald wandern, in dem sie dann den Rest des Jahres leben. Da der Rückweg mit den gleichen Gefahren verbunden ist wie der Weg zum Laichgewässer, haben wir an den Straßen auch Rückkehrer-Zäune gestellt und verbringen an Stellen ohne Zäune die Wandernden von der Gewässerseite zurück auf die Waldseite.


Update: Amphibien "in den Startlöchern"

25.03.2021

Bislang waren auf Grund der kalten Witterung in unserer Region nur wenige Amphibien unterwegs. Doch gestern wurde es milder. Am Drahtzug konnten am Abend 80 Amphibien auf der Straße aufgesammelt werden, heute morgen waren 29 Kröten in den Eimern entlang des Schutzzauns. Am Eiswoog waren heute morgen 16 Kröten und 2 Molche in den Eimern des Schutzzauns. Mit weiter steigenden Temperaturen und Regen ist nun mit verstärkter Wanderaktivität zu rechnen.

 

Daher nehmen Sie abends und nachts bitte Rücksicht und fahren Sie langsam, insbesondere auf Straßen im Bereich von Gewässern.

 

Kröte, Frosch und Molch werden es Ihnen danken.


Update: Erste Amphibien sind am Eiswoog unterwegs

07.03.2021

Die ersten 4 Kröten waren am Donnerstagmorgen in den Eimern entlang des Schutzzaunes. Am Donnerstagabend konnten auf den Abschnitten der Landstraße, die nicht mit einem Zaun gesichert sind, und auf der Zubringerstraße und dem Parkplatz des Restaurants Forelle 102 Kröten, 2 Molche und 11 Frösche aufgesammelt und sicher zum Laichgewässer gebracht werden.

 

Aktuell ist es zu kalt, bei frostigen Nachttemperaturen  sind derzeit keine Amphibien unterwegs.

 


Aufbau der Amphibienschutzzäune an Eiswoog und Drahtzug

27.02.2021

Nach Abstimmung mit den zuständigen Behörden und unter Einhaltung der geltenden Hygienevorschriften wurden heute die Schutzzäune am Eiswoog und am Drahtzug aufgebaut.

Es war alles etwas ungewohnter als sonst, aber es hat gut funktioniert. Am Eiswoog wurden an den Parkplätzen Hinweisschilder angebracht, die die Besucher über die Amphibienwanderung informieren und bitten Rücksicht zu nehmen. Vielen Dank an alle Beteiligten für Eure Unterstützung.