Bienenfresser

Seit 2002 gibt es Bienenfresserbruten in der Eisenberger Umgebung. Ein Gewinner des Klimawandels der sich ausbreitet.

 

Informationen zu Bienenfresser Aktionen

Kontaktadressen:

 

Anita und Dr Hans-Valentin Bastian

Tel: 06351-398535

bastian-kerzenheim@t-online.de 


Bilderautoren: 1-6 NABU/Dom Dove; 7-9 NABU/Hans Pollin


Steile Wände gewünscht

... die Eisenberger Bienenfresser im Blick

Brutwand

Der im Durchschnitt ca. 28 Zentimeter große Bienenfresser ist einer der buntesten Vögel Europas. Er ist kaum zu verwechseln: Der Bauch- und Brustbereich ist türkisfarben, Scheitel-, Nacken- und Rückenpartien sind rostbraun, die Flügel sind ebenfalls in beiden Farben gehalten, und über dem gelblichen Kinn befindet sich ein schwarzer Augenstreif. Ein weiteres Merkmal neben der exotischen Färbung ist der typische leicht gebogene, lange Schnabel und die verlängerten mittleren Schwanzfedern, die Schwanzspieße bei den Altvögeln. Jungvögeln fehlen diese Schwanzspieße.

Bild: Uwe Nielsen
Bild: Uwe Nielsen

Der Bienenfresser profitiert eindeutig vom Klimawandel. Warme, trockene Frühjahre und Sommer schaffen Bedingungen, die dieser wunderbar bunten Vogelart sehr entgegen kommen.

 

 Bei Eisenberg brüten sie seit 2002 regelmäßig und stellen mit ihren jährlich etwa 40 Brutpaaren eines der drei wichtigsten Verbreitungszentren in Rheinland-Pfalz dar. Die Vogelart ist auf Steilwände angewiesen, wo sie ihre bis zu 2 Meter tiefen Brutröhren bauen können. Da bietet unsere Umgebung einige Möglichkeiten und tatsächlich konnten Bruten bisher schon an acht Stellen rund um Eisenberg nachgewiesen werden. Während jedoch landesweit die Zahl der Brutpaare stetig weiter steigt (2015 waren es 207 Paare), so scheint in unserer Region die Kapazitätsgrenze erreicht.

Aber was macht das Eisenberger Becken für diese attraktiven Vögel so interessant? Vor allem sicherlich das Klima. Im Windschatten von Pfälzerwald und Donnersberg zeichnet sich die Region durch besonders trocken-warme Sommer aus. Dies fördert das Vorkommen von Insekten, vor allem auch die von Schmetterlingen, Hummeln und Wildbienen. Und damit ist auch der Tisch gedeckt für die Bienenfresser.

 

Solange wir diese reichhaltige Natur bei uns bewahren und beispielsweise auch zurückhaltend mit Pestiziden, vor allem mit Insektiziden umgehen, besteht eine gute Chance, dass uns auch Bienenfresser erhalten bleiben.

Bild: Uwe Nielsen
Bild: Uwe Nielsen

 Wir werden mit Interesse und Engagement die weitere Zukunft der Bienenfresser im Leiningerland und bei Eisenberg verfolgen. Wir werden aber auch ein wachsames Auge auf vielfältige Gefährdungen haben müssen (Pestizide, Verfüllung von Gruben als potentielle Brutplätze, und anderes mehr). Sorge bereitet uns die Aussicht, dass auf dem Grünstädter Berg Windräder gebaut werden sollen. Denn das Eistal und die Hänge links und rechts davon sind bevorzugte Jagdgebiete der Bienenfresser (und nicht nur für diese Art). Bis in den September hinein fliegen sie regelmäßig auch in Höhen möglicher Rotorblätter der Windenergieanlagen und sind damit gefährdet, als Schlagopfer an diesen Anlagen zu verenden.

 

Mehr denn je freuen wir uns auf Hinweise und Unterstützung aus der  Bevölkerung bei der Erfassung der Vorkommen und sind dankbar für alle Meldungen von Bienenfressern-Beobachtungen.


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