Ehemaliger Abraumhügel und die Tausendgüldenkraut-Wiese im Landschaftsschutzgebiet Erdekaut

Die NABU Gruppe Eisenberg/Leiningerland übernimmt eine Pflegepatenschaft


Pflegetermin 04.11.2017

Nachdem bereits im letzten Jahr die Tausendgüldenkrautwiese entbuscht wurde, haben wir uns entschlossen diese in 2017 bewusst nicht erneut zu bearbeiten.

 

Wir haben unsere Aufmerksamkeit daher ganz dem Abraumhügel an der Grube Riegelstein und der gegenüber des Abraumhügels liegenden Wiesenfläche gewidmet. Beide Flächen wurden gemäht und das Mähgut mit Rechen von der Fläche entfernt. Büsche und Gehölze wurden mit Astscheren zurück geschnitten.

 

Die Metallschaniere der von uns aufgehängten Fledermauskästen wurden mit Leinöl behandelt um diese weniger anfällig für Rost zu machen.

 


Das Insektenhotel in der Erdekaut wurde renoviert

Am letzten Samstag im Oktober 2015 fand für dieses Jahr der letzte Pflegeeinsatz vom NABU Eisenberg/Leiningerland statt. 13 Männer und Frauen trafen sich in der Erdekaut, diesmal nicht nur -wie üblich- mit Astschere und Freischneider ausgestattet, sondern auch mit Akku-Bohrschrauber und Stichsäge. Das Insektenhotel „Summsehaus“ war in die Jahre gekommen und musste renoviert werden. Es bekam ein neues Schilfdach und auch die Infotafel wurde völlig neu gestaltet. Der sonst so unbeliebte „Neophyt“, der Japanische Staudenknöterich, diente mit seinen langen und hohlen Stängeln dazu, neue Wohnstätten in unserem Insektenhotel anzulegen. Kleine Stücke davon wurden gebündelt und in das Insektenwohnhaus gesteckt. Wir sind natürlich gespannt, welche Wildbienenarten im nächsten Frühling beim Polleneintrag beobachtet werden können.

Neben der Renovierung des Sumsehauses standen aber auch Biotoppflege-maßenmahmen an, wie zum Beispiel das Frei-schneiden des wieder sehr zugewachsenen „NABU Patenhügels“. Birken-schösslinge mussten entfernt werden und auch die Weidenhecke etwas gestutzt werden, damit im nächsten Jahr die Orchideen auf dem Hügel gut gedeihen. Leider blühten die Orchideen in diesem Jahr in der Erdekaut nicht sonderlich gut. So hoffen wir nun, dass unsere Aktivität fruchtet und wir im nächsten Jahr wieder mehr dieser seltenen und sensiblen Pflanzenarten entdecken können. Auch zwei weitere Flächen wurden von aufkommender Vegetation befreit, um die natürliche, artenreiche Bodenvegetation zu fördern. Der starke Pflanzenwuchs der vergangenen Jahre führte zu starker Verfilzung oder an anderer Stelle war die Wiese mit Jungbäumen durchsetzt. Wir beobachteten hier von Jahr zu Jahr weniger Orchideen, wie zum Beispiel die Breitblättrige Stendelwurz, und auch die Schmetterlingsvielfalt nahm in der Vergangenheit stark ab. Jetzt haben auch die langsamer wachsenden Pflanzen wieder mehr Chancen Licht zu bekommen und zu blühen und damit auch Grundlage zu sein für eine interessante und vielfältige Tierwelt.

An diesem arbeitsamen, aber auch erfolgreichen Pflegeeinsatz brachten sich alle engagiert ein und wurden am Ende mit der Beobachtung eines seltenen Silberreihers belohnt, der im Teich der Riegelsteingrube nach Nahrung Ausschau hielt. Mit einem warmen Eintopf und Gesprächen über Natur und Naturschutz wurde der Tag beendet.


Pflegemaßnahme am 31. Oktober 2015

Feuerlibelle in der Erdekaut (Roudensky)
Feuerlibelle in der Erdekaut (Roudensky)

Unser letzter Pflegeeinsatz in diesem Jahr findet am Samstag, 31. Oktober in der Erdekaut statt. Wir treffen uns um 10 Uhr an der dortigen Grube Riegelstein und werden das Insektenhotel "Summsehaus" reparieren, am Abraumhügel zurück schneiden und noch an einem anderen Orchideenstandort in der Erdekaut die Büsche etwas entfernen. Also es ist wieder einiges zu tun und wir hoffen auf eure zahlreiche Unterstützung. Bitte meldet euch bei uns!

Die Erdekaut – das Landschaftsschutzgebiet zwischen Eisenberg und Hettenleidelheim – liegt dem Naturschutzbund Eisenberg/Leiningerland (NABU) besonders am Herzen. Deshalb hat die Gruppe unter anderem die Pflege des Abraumhügels in der Nähe der Grube Riegelstein übernommen. Dort wachsen im Sommer Orchideen (Breitblättrige Stendelwurz).

Als weitere Maßnahme hat unsere NABU-Gruppe auch die Pflege einer Feuchtwiese in der Erdekaut übernommen. Dort konnten wir bisher fünf verschiedene Orchideenarten feststellen. Damit weiterhin der große Wert dieser Fläche für die Natur erhalten wird, ist immer was zu tun.


Biotoppflege 2014

Da wir zwölf Helfer waren konnten wir uns aufteilen und auch die Orchideenwiese an der B47 bei Kerzenheim mähen und entbuschen.


Biotoppflege Erdekaut

Foto Bastian
Foto Bastian

Mit Hecken-Freischneider, schweren Astscheren und Grasrechen bewaffnet, trafen sich am 8. September fünf NABU Mitglieder. Ziel war es, eine der bedeutendsten Orchideenwiese der Erdekaut, die mittlerweile sehr stark mit Birken und Weiden sowie vereinzelten Kiefern und Eichen verbuscht war, zu pflegen. Der Zweckverband Erdekaut, der den NABU mit der Pflege betraut hat, unterstützt die Aktion mit einer Aufwandentschädigung in Höhe von 150 Euro.

 

Es war der Gruppe sehr schnell klar, dass die Aktion bei sommerlicher Hitze eine Schweiß treibende Angelegenheit werden würde.

 

Herr Roudensky vom „Arbeitskreis heimischer Orchideen“ zeigte uns zu Beginn die wichtigsten Orchideen-Standorte und besprach den Pflegeplan für die Aktion. Bis auf einige ältere Birken und wenige Weidenbüsche sollte die Fläche völlig von den Büschen befreit werden, so dass die Orchideen, die zu diesen Jahreszeit in der Regel ausgesamt hatten, die Chance bekommen, sich in den kommenden Jahren wieder zu vermehren.

 

Orchideen benötigen – bis auf die klassischen Waldorchideen - einen offenen Standort und werden verdrängt, wenn Büsche nachwachsen. Daher ist es für den Erhalt dieser seltenen Pflanzen wichtig, solche freien Flächen zu bewahren.

 

Bis zum frühen Nachmittag war die Gruppe beschäftigt und gönnte sich zwischendurch gerade einmal eine kurze Mittags- und Erholungspause. Diese wurde dazu aber auch genutzt, um sich in der Tierwelt vor Ort etwas näher anzuschauen. Ein Zauneidechsen-Weibchen wurde gesichtet, das ihrem Aussehen nach dieses Jahr –etwas verspätet- noch Eier ablegen wird. Ein besonderes Erlebnis war der Fund einer Kiefernschwärmer-Raupe, die allein schon wegen ihrer Größe beeindruckte. Ein weiterer besonderer Fund war ein violett schimmernder Laufkäfer, der im Nachhinein als Kleiner Kettenlaufkäfer bestimmt werden konnte und durchaus eine Seltenheit ist.

 

Und natürlich wurden auch einige verblühte Orchideen gefunden, die uns die berechtigte Hoffnung gaben, dass sie nach der Aktion nun die Chance haben sich weiter auszubreiten. Uns ist es jedoch auch bewusst, dass diese Aktion regelmäßig stattfinden muss, um die Fläche freizuhalten, denn schon im nächsten Herbst wird sie wieder mit Weiden und Birken bewachsen sein.

 

Die Gruppe war sich am Ende einig, es war ein hartes Stück Arbeit, aber es lohnte sich auf jeden Fall, für die Natur unserer Erdekaut und für jeden Einzelnen, denn es war auch Naturerleben pur!

 

Und es bleibt deswegen auch die Hoffnung, dass sich künftig an solchen praktischen Naturschutzaktionen noch ein paar mehr Interessierte finden, um sich bei Biotoppflegeaktionen zu engagieren.

Verfasser: Tino Bastian

Bildautoren: A.und T.Bastian


Ehemaliger Abraumhügel in der Erdekaut wird entbuscht

Das Arbeitsteam
Das Arbeitsteam

In Absprache mit dem Zweckverband Erdekaut hat unsere Gruppe die Pflege eines ehemaligen Abraumhügels in der "Erlebnislandschaft Erdekaut" zwischen Eisenberg und Hettenleidelheim übernommen. Ein- bis zweimal pro Jahr führen wir auf dem Hügel eine Entbuschungsaktion durch, damit dieser Lebensraum für wärmeliebende und an trockenen Standorten lebende Tiere und Pflanzen weiterhin den geeigneten Biotoptyp vorfinden. Besonders wertvoll ist dieser Bereich für schützenswerte Orchideen sowie spezielle Wildbienenarten.

Wir haben zusätzlich angeboten, auch die Pflege der sog. "Tausendgüldenkrautwiese" zu übernehmen, um diesen wichtigen Standort für die genannte Pflanze sowie ebenfalls für wertvolle Orchideenbestände vor einer weiteren Verbuschung zu bewahren, die das AUS für diese Pflanzen bedeuten würde.

Von unserer Pflegeaktion im Herbst 2011 sind einige Fotos zu sehen.